Balten und Polen über Bau von neuem Ignalina-Atomreaktor einig
dpa, Verivox | 02.10.2007
Vilnius (dpa) - Die drei baltischen Länder und Polen wollen in den kommenden Wochen den Vertrag über den gemeinsamen Bau eines Atomreaktors im litauischen Ignalina unterzeichnen. Das kündigte Litauens Ministerpräsident Gediminas Kirkilas am Dienstag in Vilnius an. Er sagte weiter: "Ich denke, wir haben keinen nennenswerten Diskussionsstoff mehr."
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Der neue Reaktor soll die Abhängigkeit von Estland, Lettland und Litauen sowie Polen von russischen Energielieferungen vermindern und die international stark umstrittenen Ignalina-Reaktoren aus der Sowjetzeit ersetzen. Deren komplette Stilllegung 2009 wurde vor der Aufnahme Litauens in die EU 2004 vereinbart.
Ein erster Anlauf zur vertraglichen Festlegung des Neubaus war im Juli an den innenpolitischen Problemen in Polen gescheitert. Kirkilas sagte, nach seinem Eindruck sei Warschau nun zur Unterschrift bereit. Nach seinen Angaben wird die Fertigstellung des Reaktors bis 2015 angestrebt.
Alle vier beteiligten Länder lehnen den geplanten Bau einer Gaspipeline durch die Ostsee vom russischen Wyborg ins deutsche Greifswald ab, weil dies nach ihrer Meinung die Abhängigkeit Europas von Gas aus Russland sowohl unter energie- wie sicherheitspolitischen Gesichtspunkten in nicht akzeptabler Weise erhöhe.
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