Baden-Württembergs Wirtschaftsminister setzt auf Bioenergie und Einsparpotenziale
Neben einem größeren Wettbewerb auf dem Strommarkt kann Pfister zufolge auch eine Reduzierung des Energieverbrauchs elektrischer Geräte für positive Effekte sorgen. "Das größte Kraftwerk, das wir in Baden-Württemberg haben, heißt Energieeinsparung", betonte der Minister. Nach seinen Plänen soll der Anteil der erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020 mindestens 20 Prozent an der Bruttostromerzeugung betragen. Die Wasserkraft soll ihren Anteil von derzeit knapp sieben Prozent auf acht Prozent erhöhen. Bei der Solarenergie ist laut Pfister eine Erhöhung von 0,4 auf 3,5 Prozent und bei der Windkraft von derzeit knapp 0,5 auf 1,5 Prozent vorgesehen. "Die Bioenergie hat das größte Potenzial - vielleicht nicht morgen, aber übermorgen", sagte Pfister. Ihr Anteil an der Stromerzeugung soll von rund 2,5 auf sieben Prozent anwachsen.
Der Wirtschaftsminister betonte aber erneut, dass ohne eine Verlängerung der Laufzeit für Kernkraftwerke Vorsorgungsengpässe zu befürchten seien. "Wir gehen für das Jahr 2012 von einer Vorsorgungslücke im Land von fast 2000 Megawatt aus, wenn die beiden Kernkraftwerke Neckarwestheim I und Philippsburg I wie vorgesehen abgeschaltet werden", mahnte Pfister an. "Dieser Ersatzbedarf wird, wenn es beim Zeitplan für den Atomausstieg bleibt, im Jahr 2030 auf rund 7500 Megawatt ansteigen."
Der Minister appellierte an die Besitzer älterer Wohngebäude, diese zu sanieren: "Fast ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs geht auf das Konto der Beheizung und Warmwasserbereitung der über 20 Jahre alten Gebäude." Ferner forderte er, auf europäischer Ebene Regelungen für Mindeststandards beim Energieverbrauch technischer Geräte einzuführen.
Weitere Ideen zu mehr Energieeffizienz erwartet der Minister vom ersten Energietag Baden-Württemberg, zu dem sich am 22. September bereits über 190 Organisationen wie Gemeinden, Stadtwerke und Handwerke angemeldet haben.
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