Automobilclubs raten zum Vergleich - Spritpreis nicht gerechtfertigt

dpa | 01.09.2005
Bild: palniki gazowe

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München/Stuttgart/Frankfurt/Main (dpa) - Der ADAC hat die Autofahrer angesichts der drastischen Benzin-Preiserhöhungen zum genauen Preisvergleich an den Tankstellen aufgerufen. Der Automobilclub von Deutschland (AvD) forderte am Mittwoch Sofortmassnahmen gegen Ölpreis-Spekulation. Nach Ansicht des ACE Auto Club Europa rollen noch weitere Preisschübe auf die Autofahrer zu.

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"In so einer Situation wie jetzt kann der Preisunterschied innerhalb einer Stadt durchaus auch einmal bei zehn Cent liegen", sagte ADAC-Experte Jürgen Albrecht der dpa in München. Dabei seien die freien Tankstellen in der Regel etwas günstiger. Auch bei den Markentankstellen gebe es oft aber erhebliche Preisunterschiede. Die jüngsten Preiserhöhungen sind nach Einschätzung des ADAC nicht gerechtfertigt. Esso und Shell hatten die Preise um acht Cent je Liter angehoben, andere Gesellschaften erhöhten ebenfalls deutlich.

Offenbar würden die Zerstörungen durch den Hurrikan "Katrina" ausgenützt, um Kasse zu machen, kritisierte Albrecht. "Die bedauerlichen Vorfälle beeinflussen natürlich den Ölmarkt." Eine Veränderung bei den Rohölpreisen könne aber nicht direkt auf die Benzinpreise durchschlagen, da hier viele Faktoren wie zum Beispiel der hohe Steueranteil mitspielten. Zudem seien für den deutschen Markt die Brent-Ölpreise entscheidend, die sich in den vergangenen Tagen kaum bewegt hätten. Dennoch seien die Benzinpreise bereits in den letzten Tagen gestiegen. "Ich gehe davon aus, dass sich diese Preise am Markt nicht halten lassen", sagte Albrecht.

Die meisten Autofahrer könnten ihr Fahrzeug nicht einfach stehen lassen, sagte Albrecht. "Zum Spass fahren nur die wenigsten herum. Dafür waren die Benzinpreise auch schon vorher zu hoch." Der ADAC könne nur empfehlen, möglichst spritsparend zu fahren.

Nach Ansicht des AvD sind Spekulationen die Hauptursache für die seit Monaten steigenden Preise. Es sei Aufgabe der Politik, dem einen Riegel vorzuschieben. Wenn es nicht gelinge, die Mineralöl-, Finanzgesellschaften und Banken bei einem Ölpreis-Krisengipfel in die Verantwortung zu nehmen, müsse die Mineralölsteuer gesenkt werden.

Die Preisschübe bei Öl und Benzin machten die gesamte Kostenkalkulation der Autofahrer zunichte, erklärte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner in Stuttgart. Falls die Entfernungspauschale dem Rotstift zum Opfer falle, kämen auf Berufspendler weitere Lasten von rund 1,9 Milliarden Euro jährlich zu.



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