Autofahrer spüren Ölpreisanstieg an der Zapfsäule

AFP, Verivox
Bild: palniki gazowe



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Frankfurt/London (AFP) - Der Ölpreis steigt auf immer neue Rekorde und macht Sprit in Deutschland so teuer wie noch nie. Nach einem Rekordhoch von 1,28 am Vortag stieg der Dieselpreis laut ADAC auch am Mittwoch weiter. Auch der Preis für den Liter Superbenzin ist nur wenige Cent von seinem Allzeithoch entfernt. Zuvor hatte sich der Ölpreis weiter der 100-Dollar-Marke genähert. Der Euro stieg auf ein neues Allzeithoch von über 1,47 Dollar. Der Goldpreis liegt nur noch wenig unter seinem Allzeithoch, das aus dem Januar 1980 datiert.

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Am Mittwoch wurden für ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Light Sweet Crude erstmals mehr als 98 Dollar gezahlt. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete in London mehr als 95 Dollar. Damit hat sich der Ölpreis binnen zwei Jahren fast verdoppelt. Spekulanten setzten derzeit alles daran, den Ölpreis auf 100 Dollar zu treiben, sagte Bank of Ireland-Analyst Paul Harris.

Außerdem wurde erwartet, dass die Lagerbestände für Öl in den USA zurückgegangen sind. Gleichzeitig sanken die Importe aus Mexiko wegen des schlechten Wetters. Angesichts des bevorstehenden Winters müssen sich viele Verbraucher zudem mit Heizöl eindecken, was die Nachfrage treibt.

Das schlägt sich auch auf die Spritpreise durch. Autofahrer mussten am späten Dienstagabend für den Liter Diesel laut Mineralölwirtschaftsverband (MWV) im bundesweiten Schnitt 1,28 Euro zahlen und damit so viel wie nie zuvor. Laut ADAC stieg der Preis auch am Mittwoch weiter, genaue Angaben lagen zunächst nicht vor. Ein Liter Super kostete laut MWV 1,40 Euro. Das sind nur vier Cent weniger als der absolute Rekordpreis vom September 2005 nach dem Hurrikan "Katrina". Wie die "Bild"-Zeitung (Donnerstagsausgabe) unter Berufung auf eine Prognose des ADAC berichtete, bescheren die hohen Benzinpreise dem Fiskus dieses Jahr durch die Mehrwertsteuer Zusatzeinnahmen von 300 Millionen Euro.

Verantwortlich für den jüngsten Ölpreisanstieg ist auch die Dollar-Schwäche. Sie verbilligt Öl für Anleger aus Nicht-Dollar-Ländern, die den Rohstoff mehr nachfragen und die Preise nach oben treiben. Am Mittwoch war der Dollar-Kurs auf ein neues Tief im Vergleich zum Euro gefallen, und die europäische Gemeinschaftswährung notierte bei 1,4731 Dollar. Damit ist der Euro stärker als die Mark es je war. Der hohe Euro-Kurs federt zwar die traditionell in Dollar notierten Ölpreise ab, verteuert aber die Exporte deutscher Unternehmen.

Der Höhenflug des Euro dürfte nach Ansicht von Analysten vorerst weitergehen. Hintergrund sind Befürchtungen, die US-Notenbank Fed könnte Anfang Dezember den Leitzins erneut senken. Das macht Anlagen in Dollar unattraktiver, da diese nicht mehr so hoch verzinst werden. Für die Flucht aus dem Dollar sorgte auch die Äußerung von Cheng Siwei. Der chinesische Vizechef des Nationalen Volkskongresses hatte gefordert, sein Land solle seine Fremdwährungsreserven - die größten der Welt - in "härtere" Währungen wie den Euro umtauschen.

Die Talfahrt des Dollar ließ auch den Preis für Gold weiter steigen. Erstmals seit 1980 kostete eine Feinunze (31,10 Gramm) 845 Dollar. Damit ist der Goldpreis nur noch knapp unter seinem Allzeithoch von vor 27 Jahren. Gold wird wie Öl in Dollar notiert, weshalb es für Anleger aus Nicht-Dollar-Ländern derzeit günstig ist und die Nachfrage steigt. Zudem schürt der hohe Ölpreis auch Sorgen vor steigender Inflation. Gold, dessen Wert relativ unabhängig ist vom jeweiligen Wert des Geldes, ist in solchen Zeiten sehr begehrt.



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