Autofahrer spüren Ölpreisanstieg an der Zapfsäule
Außerdem wurde erwartet, dass die Lagerbestände für Öl in den USA zurückgegangen sind. Gleichzeitig sanken die Importe aus Mexiko wegen des schlechten Wetters. Angesichts des bevorstehenden Winters müssen sich viele Verbraucher zudem mit Heizöl eindecken, was die Nachfrage treibt.
Das schlägt sich auch auf die Spritpreise durch. Autofahrer mussten am späten Dienstagabend für den Liter Diesel laut Mineralölwirtschaftsverband (MWV) im bundesweiten Schnitt 1,28 Euro zahlen und damit so viel wie nie zuvor. Laut ADAC stieg der Preis auch am Mittwoch weiter, genaue Angaben lagen zunächst nicht vor. Ein Liter Super kostete laut MWV 1,40 Euro. Das sind nur vier Cent weniger als der absolute Rekordpreis vom September 2005 nach dem Hurrikan "Katrina". Wie die "Bild"-Zeitung (Donnerstagsausgabe) unter Berufung auf eine Prognose des ADAC berichtete, bescheren die hohen Benzinpreise dem Fiskus dieses Jahr durch die Mehrwertsteuer Zusatzeinnahmen von 300 Millionen Euro.
Verantwortlich für den jüngsten Ölpreisanstieg ist auch die Dollar-Schwäche. Sie verbilligt Öl für Anleger aus Nicht-Dollar-Ländern, die den Rohstoff mehr nachfragen und die Preise nach oben treiben. Am Mittwoch war der Dollar-Kurs auf ein neues Tief im Vergleich zum Euro gefallen, und die europäische Gemeinschaftswährung notierte bei 1,4731 Dollar. Damit ist der Euro stärker als die Mark es je war. Der hohe Euro-Kurs federt zwar die traditionell in Dollar notierten Ölpreise ab, verteuert aber die Exporte deutscher Unternehmen.
Der Höhenflug des Euro dürfte nach Ansicht von Analysten vorerst weitergehen. Hintergrund sind Befürchtungen, die US-Notenbank Fed könnte Anfang Dezember den Leitzins erneut senken. Das macht Anlagen in Dollar unattraktiver, da diese nicht mehr so hoch verzinst werden. Für die Flucht aus dem Dollar sorgte auch die Äußerung von Cheng Siwei. Der chinesische Vizechef des Nationalen Volkskongresses hatte gefordert, sein Land solle seine Fremdwährungsreserven - die größten der Welt - in "härtere" Währungen wie den Euro umtauschen.
Die Talfahrt des Dollar ließ auch den Preis für Gold weiter steigen. Erstmals seit 1980 kostete eine Feinunze (31,10 Gramm) 845 Dollar. Damit ist der Goldpreis nur noch knapp unter seinem Allzeithoch von vor 27 Jahren. Gold wird wie Öl in Dollar notiert, weshalb es für Anleger aus Nicht-Dollar-Ländern derzeit günstig ist und die Nachfrage steigt. Zudem schürt der hohe Ölpreis auch Sorgen vor steigender Inflation. Gold, dessen Wert relativ unabhängig ist vom jeweiligen Wert des Geldes, ist in solchen Zeiten sehr begehrt.
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