Aufklärung über missglückte Ölbohrung vor 20 Jahren gefordert
Hannover - Die Grünen im niedersächsischen Landtag fordern von der Landesregierung Aufklärung über die Folgen einer missglückten Ölbohrung in der Nordsee, die vor 20 Jahren stattfand. Mitten in der Nordsee entwichen dadurch seit 20 Jahren große Mengen Methangas in die Atmosphäre, so ein Fraktionssprecher am Mittwoch in Hannover. Methan ist Angaben des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften zufolge als Treibhausgas 24-mal so wirksam wie Kohlendioxid.
Die britische Ölfirma Mobil Oil (heute Exxon Mobil) soll nach einem Bericht von "Zeit Online" 1990 an der Stelle nach Öl gesucht haben. Dabei sei eine Methangasblase angebohrt worden, was fast zur Explosion der Bohrinsel geführt hätte. Zwar seien die Bohraktivitäten nach dem Unfall eingestellt worden. Jedoch entwichen seitdem täglich gewaltige Mengen an Methangas aus dem Bohrloch.
"Es wäre schlicht unglaublich, dass im 21. Jahrhundert solche Schäden angerichtet werden können und sich niemand um die Haftung des Unternehmens kümmert", sagte Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel. Offensichtlich fühle sich auch kein Staat verantwortlich, das Bohrloch zu schließen. In seiner parlamentarischen Anfrage wollen die Grünen nun wissen, welchen Handlungsbedarf die niedersächsische Landesregierung sieht und wie das Unternehmen rechtlich haftbar gemacht werden kann.
Im Landes-Umweltministerium sieht man "keinen eigenen unmittelbaren Handlungsbedarf". Das Bohrloch liege 400 Kilometer von der niedersächsischen Küste entfernt im britischen Hoheitsgebiet, sagte eine Ministeriumssprecherin auf ddp-Anfrage. Da dem Land Niedersachsen das Wohl der Nordsee aber "am Herzen" liege, werde das Landesumweltministerium umgehend eine Anfrage an die Bundesregierung stellen, die britische Regierung wegen des Problems zu kontaktieren.
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