Auch Vattenfall will sich von Hochspannungsnetz trennen
AFP | 25.07.2008
Berlin (AFP) - Auch der Energieversorger Vattenfall beugt sich Forderungen der Brüsseler EU-Kommission und will sein Hochspannungsnetz in Deutschland verkaufen. Vattenfall werde in den kommenden Tagen potenzielle Investoren ansprechen, erklärte der Konzern am Freitag in Berlin. Hintergrund der Entscheidung sei die seit Monaten anhaltende politische Debatte über die eigentumsrechtliche Entflechtung der Höchstspannungsnetze von den Stromerzeugern, hieß es weiter. Diese hat die Brüsseler Behörde gefordert. Sie will so mehr Wettbewerb erzwingen und damit niedrigere Strompreise für die Verbraucher. Die Bündelung von Kraftwerken und Netzen gilt als Grund für mangelnden Wettbewerb und hohe Strompreise.
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Deutschland war von der Kritik besonders betroffen, weil das gesamte Hochspannungsnetz hier unter vier Energiekonzernen aufgeteilt ist, die zugleich die größten Stromproduzenten sind: Eon, RWE, EnBW und Vattenfall. Auch Eon hat sich bereits zum Stromnetzverkauf bereiterklärt; RWE will sein Gas-Netz anbieten. "Wir haben in den vergangenen Monaten intensiv alle Optionen geprüft und sind zu dem Schluss gekommen, dass ein Verkauf unseres Höchstspannungsnetzes an einen seriösen und finanzstarken Investor eine sinnvolle Lösung sein könnte", erklärte Vattenfall-Vorstandschef Tuomo Hatakka am Freitag. Der potenzielle Käufer müsse "langfristig orientiert" sein, in den Netzausbau investieren und den freien Netzzugang und damit die europäische Integration des Strommarktes fördern. Vattenfall Europe ist Teil der schwedischen Vattenfall-Gruppe. Nach Konzernangaben werden 60 Prozent des Umsatzes in Deutschland erwirtschaftet.
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