Atomreaktor-Investoren fürchten Erdbebengefahr in Türkei
Istanbul - Internationale Kraftwerksbauer haben einem Zeitungsbericht zufolge Sicherheitsbedenken bezüglich des geplanten Standortes für das erste türkische Atomkraftwerk. Am Bau interessierte Unternehmensgruppen hätten wegen der Gefahr von Erdbeben weitere geologische Untersuchungen und eine Risikoübernahme durch die türkische Regierung gefordert, berichtete die türkische Tageszeitung «Aksam» am Montag.
Als einziges Unternehmen hatte sich in der vergangenen Woche der staatliche russische Kraftwerksbauer Atomstroiexport um den Bau beworben. Fünf weitere Interessenten hätten zum Ablauf der Bieterfrist nur Dankesschreiben abgegeben, hatte die Kommission des staatlichen türkischen Energieversorgungsunternehmens Tetas mitgeteilt.
Das Kraftwerk soll in Akkuyu im Süden der Türkei errichtet werden und eine Leistung von 3000 bis 5000 Megawatt haben. Die Lizenz für den Standort sei schon 1976 gegeben worden, berichtete «Aksam». Nach dem schweren Erdbeben in der Türkei 1999 habe es keine weiteren Untersuchungen gegeben. Der Standort liege nur 25 Kilometer neben einer tektonischen Verwerfung. In der Türkei sind in den vergangenen 25 Jahren mehrere Anläufe zum Bau eines Atomkraftwerkes gescheitert.
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