Atomkraftwerk Obrigheim ist endgültig vom Netz gegangen
CSU-Generalsekretär Markus Söder warnte vor negativen Folgen des von der rot-grünen Bundesregierung beschlossenen Ausstiegs aus der Atomenergie. "Es werden massiv die Energiepreise in den nächsten Jahren steigen, weil andere, alternative Dinge nicht in dem Mass zur Verfügung stehen, wie es die Deutschen an Energie brauchen, das heisst hohe Energiepreise und der Verlust von Arbeitsplätzen", sagte Söder im Bayerischen Rundfunk.
Die Grünen-Energiepolitikerin Michaele Hustedt begrüsste die Abschaltung. Auch wenn deutsche Atomkraftwerke sicherer seien als zum Beispiel Tschernobyl in der Ukraine, könne auch in Deutschland ein grosses Unglück passieren, sagte sie im Bayerischen Rundfunk.
Stichwort: Atomkraftwerk Obrigheim
Obrigheim (dpa) - Das Atomkraftwerk Obrigheim (Neckar- Odenwald-Kreis) ist seit 1968 in Betrieb. Das älteste kommerziell betriebene Atomkraftwerk in Deutschland gilt als Symbol im Streit um die Kernenergie. Der Reaktor beschäftigte mehrfach die Gerichte. Von März 1994 bis Januar 1996 versuchte ein Untersuchungsausschuss des baden-württembergischen Landtags Licht in die verworrene Genehmigungsgeschichte zu bringen und Sicherheitsfragen zu klären.
Die Leistung des Druckwasserreaktors liegt bei 357 Megawatt. Betreiber ist der Karlsruher Stromkonzern Energie Baden-Württemberg (EnBW). Er betreibt ausserdem die Atomkraftwerke Philippsburg I und II sowie Neckarwestheim I und II.
Fahrplan für den Atomausstieg
In Deutschland gibt es noch 18 Atomkraftwerke. Diese sollen in den nächsten 20 Jahren vom Netz gehen. Die Stilllegung des niedersächsischen Kernkraftwerks Stade im November 2003 war für Atomgegner der erste konkrete Schritt zum Ausstieg aus der Atomenergie - die Betreiber hatten dagegen auf wirtschaftliche Gründe verwiesen.
Nach Obrigheim soll voraussichtlich 2007 der Reaktorblock A des hessischen Kraftwerks Biblis folgen. Im Südwesten sollen die Reaktorblöcke Neckarwestheim I bis zum Jahr 2009, Philippsburg I bis 2013, Philippsburg II bis 2018 und Neckarwestheim II bis zum Jahr 2021 abgeschaltet werden.
Wie lange ein Atomkraftwerk noch Strom produzieren darf, hängt von seiner "Restlaufzeit" ab. Diese basiert auf der Regellaufzeit eines Atommeilers von 32 Jahren.
Der Ausstieg aus der Kernenergie beruht auf einem "Konsens" zwischen der rot-grünen Bundesregierung und der Stromindustrie, der nach langwierigen Verhandlungen im Juni 2000 vereinbart wurde. Der Ausstieg ist seit 2002 im Atomgesetz festgeschrieben. Das schliesst den Bau neuer Reaktoren aus. Der anfallende Atommüll soll bis zum Bau eines Endlagers in Zwischenlagern bei den bestehenden Atomkraftwerken deponiert werden. Der Transport von abgebrannten Brennstäben zu den Wiederaufbereitungsanlagen ist nur noch bis Juli 2005 erlaubt.
Weitere Nachrichten vom 11.05.2005
- Aus für Atomkraftwerk Obrigheim - Union stellt Atomkonsens in Frage
- Blinder Hacker mit Super-Gedächtnis blockiert Telefonzentralen
- IAEO simuliert schweren Atomunfall in rumänischem Kernkraftwerk
- Studie: Gesundheitsbeschwerden wegen Elektrosmogs eher selten
- Firefox weiterhin beliebt - Erste kritischen Sicherheitsprobleme
- Yahoo! steigt ins Online-Musik-Geschäft ein
- T-Online verzeichnet Ergebnisrückgang im ersten Quartal
- Umweltbundesamt eröffnet in Dessau
- VoIP verändert die Telekommunikation
- EU-Kommission fordert Kontrollrechte nach Unfall in Sellafield
- Microsoft startet Produktion für Windows Mobile 5.0 [Update]
- N-Ergie rechnet mit steigenden Preisen für Strom und Gas

