Atomkraftgegner und Umweltschützer: Wechselt den Stromanbieter

dapd | 01.04.2011
Bild: Windrad im Sonnenblumenfeld


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Berlin - Umweltschützer und Atomkraftgegner rufen Verbraucher dazu auf, ihre Verträge bei den großen Energiekonzernen zu kündigen und stattdessen zu einem Ökostromanbieter zu wechseln. "Die RWE-Manager haben offensichtlich nichts verstanden, zeigen Sie RWE deshalb die Rote Karte." So appelliert der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger, am Freitag in Berlin an die Stromkunden. Der Stromkonzern RWE hatte am Freitag Klage gegen das Kernkraft-Moratorium der Bundesregierung und die vorläufige Abschaltung seines Kernkraftwerkes Biblis A in Hessen eingereicht.


Nach Ansicht von BUND ist dies Zeichen dafür, dass "RWE wild entschlossen ist, die Augen vor den Folgen des Fukushima-Gaus zu verschließen". Weiger meinte, vor Fukushima habe RWE-Chef Jürgen Großmann mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Verlängerung der AKW-Laufzeiten ausgekungelt. "Jetzt lässt er seine Anwälte gegen das AKW-Moratorium klagen und zeigt damit, dass er die Ängste der Bevölkerung vor der Atomenergie nicht ernst nimmt."

Der Sprecher der Anti-Atom-Organisation Ausgestrahlt, Jochen Stay, sagte, es sei an der Zeit, die Macht der Verbraucher einzusetzen. "Denn die Sprache, die RWE und E.ON, EnBW und Vattenfall verstehen, ist die Sprache des Geldes. Je mehr Kunden sich von den Atomstromern verabschieden, umso größer wird die Bereitschaft der Unternehmen, auf ihre gefährlichen Reaktoren zu verzichten."

Der Energieversorger RWE hatte derweil erklärt, Sinn der Klage sei es, die Rechtsgrundlage der Stilllegungsanordnung zu klären. Man wolle mit der Klage nicht zuletzt die Interessen seiner Aktionäre wahren. Mit jedem Tag des Stillstands von Biblis A entgehen dem Kraftwerksbetreiber nach Einschätzung von Experten rund eine Million Euro an Gewinn.

Eine wenige Stunden alte Erklärung, es treffe zurzeit keine Vorbereitungen zur Wiederinbetriebnahme des Reaktors, zog das Unternehmen am Freitagmittag überraschend zurück. Eine Begründung dafür gab RWE nicht.

Mit seinem Konfrontationskurs gegen die Bundesregierung steht der Essener Konzern bislang in der Energiewirtschaft allein. E.ON hatte im Gegensatz zu RWE am Donnerstag entschieden, auf eine Klage gegen das Moratorium zu verzichten.



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