Atomenergie-Gerangel vor Gipfel - "Einsparung durch Energieberatung"
Merkel selbst wertet den Energiegipfel am Montag als Startschuss für eine Serie von Treffen mit Wirtschaft und Verbänden, um daraus bis Ende 2007 ein "zukunftsfähiges Energiekonzept" zu erarbeiten. "Dieses wird eine Perspektive bis zum Jahr 2020 abdecken", betonte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Die Ziele Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz seien dabei gleichberechtigt. Im Vordergrund des Treffens stehen nach Angaben aus Regierungskreisen zunächst Fragen der Investitionen der Stromkonzerne in Kraftwerke, die Importabhängigkeit zum Beispiel von Gas aus Russland sowie die hohen Strom- und Gaspreise, Expansionsmöglichkeiten für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz-Fragen. Geplant ist ein Wärmegesetz.
Vor dem Treffen kam Kritik an der Zusammensetzung. "Es ist nicht nachzuvollziehen, dass die privaten Eigentümer, die die hohen Kosten der Energieversorgung tragen müssen, hier nicht mit am Tisch sitzen", sagte Haus-und-Grund-Präsident Rüdiger Dorn. Teilnehmer sind neben einigen Ministern wie Glos und SPD-Umweltminister Sigmar Gabriel Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie UN-Umweltdirektor Klaus Töpfer und vor allem die Chefs der großen Energieversorger. Sie haben bereits im Vorfeld Druck ausgeübt, um die von ihnen gewollte Verzögerung des Atomausstiegs auf die Tagesordnung zu bringen. Experten der Regierung gehen davon aus, dass daran kein Weg vorbeiführen wird, auch wenn die Kanzlerin das Thema im Interesse des Koalitionsfriedens zunächst ausblenden wollte.
Glos sprach sich im Bundestag indirekt dafür aus, die Atomenergie- Diskussion nicht auszuklammern. Die gesamte Bandbreite der Energieversorgung müsse ohne ideologische Scheuklappen auf den Tisch.
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