Atom-Pannenserie in Belgien hält an

dpa | 04.01.2016
Bild: Uran ©lassedesignen/fotolia.com

Antwerpen/ Brüssel - Nach nur vier Tagen ist ein 40 Jahre alter belgischer Atomreaktor wieder vom Netz gegangen. Der landesweit älteste Atomreaktor Doel 1 bei Antwerpen steht wieder still. Bei einer großen Turbine im nicht-nuklearen Teil der Anlage gab es ein Problem. Die Ursachen würden weiter untersucht, berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Sonntag mit Hinweis auf Angaben des Betreibers Electrabel.


Der Stopp am Samstagabend sei sicher und regelkonform verlaufen und habe Umgebung, Mitarbeiter und Einrichtungen des Kraftwerkes nicht gefährdet.

Innenminister Jan Jambon von den flämischen Nationalisten sagte im Fernsehen, es gebe kein Sicherheitsproblem. Er wehrte sich gegen Kritik der belgischen Grünen. Sie fordern, die Reaktoren Doel 1 und Doel 2 - wie geplant - von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) untersuchen zu lassen, bevor sie weiterbetrieben werden.

Verlängerte Laufzeiten für Alt-Reaktoren

Doel 1 war erst am vergangenen Mittwoch wieder ans Netz gegangen. Der Reaktor liegt im Norden des Landes unweit der Grenze zu den Niederlanden und etwa 150 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Er war am 15. Februar 2015 heruntergefahren worden, weil er seine ursprünglich vorgesehene Laufzeit von 40 Jahren erreicht hatte.

Belgiens Mitte-Rechts-Regierung beschloss jedoch, zwei Blöcke bis 2025 laufen zu lassen. Dazu gab die Atomaufsicht jüngst ihren Segen. Das Weiterfahren wird im Nachbarland Deutschland heftig kritisiert.

Atomkraftwerke in der Kritik

In Belgiens Atomanlagen kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. Am 25. Dezember nahm der Betreiber Electrabel den Reaktor Doel 3 nur vier Tage nach dem Wiederhochfahren wieder vom Netz, da an einer Heißwasserleitung im konventionellen Teil des Kraftwerks ein Leck klaffte.

In der Kritik steht auch der etwa 70 Kilometer von Aachen entfernte Standort Tihange. Die nordrhein-westfälische Landesregierung fordert seit Jahren die Stilllegung dieser Anlage.

Oliver Krischer, Vize-Fraktionschef der Grünen im Bundestag, sagte, die Abschaltung von Doel 1 zeige, dass die Anlage nicht funktionstüchtig sei. "Doel und Tihange gehören abgeschaltet - sofort und für immer."



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