Argentinien will Atomkraft ausbauen und wieder Uran anreichern
dpa
Buenos Aires (dpa) - Argentinien will massiv in die Atomkraft investieren und auch die in den 80er Jahren unter internationalem Druck eingestellte Anreicherung von Uran wieder aufnehmen. Zunächst würden 1,8 Milliarden Pesos (450 Millionen Euro) für die Fertigstellung des Atomkraftwerkes Atucha II bereitgestellt, sagte Planungsminister Julio De Vido am Mittwoch in Buenos Aires.
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Der Bau des für eine Leistung von 750 Megawatt ausgelegten Atomkraftwerks war schon vor 25 Jahren noch während der Militärdiktatur (1976-1983) begonnen worden. Zudem solle die Nutzungszeit des Atomkraftwerks Embalse verlängert und die Planungen für den Bau eines vierten Atomkraftwerks mit einer Leistung von 1000 Megawatt begonnen werden, berichtete die Zeitung "La Nación" am Donnerstag unter Berufung auf den Minister weiter.
De Vido bestätigte damit weitgehend einen Artikel der Zeitung "Clarín", die von geplanten Gesamtinvestitionen in die Atomkraft während der kommenden acht Jahre von insgesamt 3,5 Milliarden Dollar (2,75 Milliarden Euro) berichtet hatte.
Argentiniens Erdgas- und Erdölreserven gehen zur Neige, und Experten warnen wegen des kräftigen Wirtschaftswachstums der vergangenen Jahre und mangelnder Investitionen in die Erschließung neuer Lagerstätten vor Engpässen bei der Versorgung mit Erdgas und Erdöl. Der Bau der Atomkraftwerke und die Wiederaufnahme der Urananreicherung diene ausschließlich friedlichen Zwecken und stehe im Einklang mit den internationalen Bestimmungen und Verträgen, sagte de Vido.
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