Areva will Siemens wegen Vertragsbruch vor Gericht bringen
Paris - Der französische Atomkonzern Areva plant, Siemens wegen Vertragsbruchs vor den Schiedsgerichtshof der Internationalen Handelskammer (ICC) zu bringen. "Areva hat bei der ICC ein Verfahren gegen Siemens beantragt", bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens am Freitag in Paris.
Hintergrund des Rechtsstreits ist das geplante Bündnis von Siemens mit dem russischen Atomtechnikkonzern Rosatom. Areva wirft dem Münchner Unternehmen vor, sich nicht an eine Sperrklausel zu halten. Diese sieht vor, dass Siemens nach dem Ausstieg aus Areva NP bis 2020 nicht als Konkurrent auftreten darf.
Siemens hatte Anfang des Jahres seinen Ausstieg aus dem Gemeinschaftsunternehmen angekündigt. Der Konzern beklagte fehlenden unternehmerischen Einfluss. Der Wert des Siemens-Anteils an Areva NP wird auf zwei Milliarden Euro taxiert. Bei Vertragsbruch könnte Areva die Anteile an Areva NP mit 40 Prozent Preisabschlag erwerben.
Siemens will mit Rosatom ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, das neue Atomkraftwerke bauen und bestehende Meiler modernisieren soll. Rosatom will im Bündnis mit Siemens ein Drittel des Weltmarktes für Kernkraftwerke erobern.
Der 1923 gegründete Internationale Schiedsgerichtshof der ICC mit Sitz in Paris gilt als die älteste Institution zur privatwirtschaftlichen Streitschlichtung. Ihr Vorteil ist unter anderem, dass sie Verfahren in der Regel schneller abwickeln kann als ein normales Gericht.
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