Apple-Handy iPhone soll Telekom moderner machen
"Mobilfunkanbieter verkaufen Produkte, bei denen es wie beim Strom fast keine Unterschiede gibt", sagt Nicolas von Stackelberg, Telekommunikations-Analyst bei bei der Investmentbank Sal. Oppenheim. "Das iPhone bietet nun für einen bestimmten Zeitraum die Möglichkeit, anders zu sein als die anderen." Anders als bisher im deutschen Handy-Markt verkauft die Telekom das iPhone exklusiv.
Das iPhone ist nicht der erste Marketing-Coup von Telekom-Chef René Obermann. Seit dem Sommer prangen quietschbunte Plakate in Deutschland, auf denen Handy-Verträge mit Fast Food verglichen werden. Es ist Werbung für Congstar, die neue Billig-Marke für DSL und Internet der Telekom. Hier stieg die Telekom erstmals bewusst in den Preiskampf der Branche ein. Doch bei Congstar-Angeboten taucht der Name Telekom nirgends auf. Das Unternehmen tut alles, um die Jugend-Marke von sich zu trennen.
Anders beim iPhone. Hier will sich die Telekom im Ruhm des Apple-Geräts sonnen. Und versucht ganz bewusst, in der Preiskampf-Branche viel Geld zu verlangen. Satte 1600 Euro kostet das Gerät, werden Anschaffungspreis und monatliche Gebühren für zwei Jahre summiert. "Für wahre Liebhaber ist das sicher kein Hinderungsgrund", sagt Bettina Seute vom Telefon-Portal Teltarif. "Für viele anderen Kunden bieten sich jedoch preislich günstigere Alternativen an".
Wie viele Menschen tatsächlich das Geld für das neuen Kult-Telefon in die Hand nehmen wollen, dürfte für die Telekom aber nicht zentral sein. "Der Gewinn an Image ist wichtiger als die Frage, wie viele Geräte wirklich verkauft werden", sagte "Connect"-Experte Eckstein. Dieser Imagegewinn sei allerdings für die Telekom noch nicht sicher. "Es besteht natürlich die Gefahr, dass die Stimmung umschlägt", sagt Eckstein. "Es könnte sein, dass gerade junge Leute am Ende sagen: Jetzt gibt es so ein tolles Ding, aber ich kann es mir nicht leisten."
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