Anziehende Großhandelspreise signalisieren teureren Strom
dpa | 18.08.2006
Berlin (dpa) - Die Großhandelspreise für Strom haben weiter angezogen und signalisieren weitere Verteuerungen für die privaten Haushalte. So stiegen die Preise an der Leipziger Strombörse im ersten Halbjahr 2006 um rund 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, teilte der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) am Freitag in Berlin mit. Durchschnittlich waren damit in den ersten 6 Monaten 54,62 Euro pro 1000 Kilowattstunden zu zahlen, im Jahr 2005 waren es im Schnitt 39,86 Euro.
- Anzeige -
Ähnliche Entwicklungen hätten sich an den übrigen Börsen europaweit gezeigt. "Die Strombörsen spiegeln unter anderem die Erwartungen der Marktteilnehmer, dass der weltweit wachsende Energiebedarf die europäischen Strompreise nach oben treiben wird", erläuterte VDEW-Hauptgeschäftsführer Eberhard Meller. Die genannten Börsenpreise betreffen Stromlieferungen des Jahres 2007. An der Börse könne aber auch Strom mit Lieferung bis ins Jahr 2012 gehandelt werden, so Meller. Der Preisvergleich des ersten Halbjahres 2006 zum gesamten Jahr 2005 dient nach Verbandsangaben der Glättung stark schwankender Börsenpreise und soll den Trend besser verdeutlichen.
Der Großhandelspreis mache ca. ein Viertel des Strompreises für Haushalte aus. Weitere Faktoren sind der Stromtransport (33 Prozent), sowie Steuern und Abgaben für erneuerbare Energien (40 Prozent). Hinzu komme von 2007 an die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent.
"Die an der Strombörse EEX erzielten Preise gelten inzwischen als Richtwerte für die gesamte Branche", betonte Meller. Mit ihrer stetig gewachsenen Liquidität sei die EEX zum Maßstab für den Stromgroßhandel in Deutschland geworden. "2005 wurden rund 17 Prozent des deutschen Stromverbrauchs physisch am Spotmarkt der Strombörse in Leipzig gehandelt."
Weitere Nachrichten vom 18.08.2006
- EU-Kommission will niedrigere Preise für Internet in Deutschland
- Gaspreise erhöhen sich zum 1. Oktober
- E.ON Ruhrgas startet im Herbst Internetportal für Gashandel
- Widerspruch gegen Gasrechnungen - Verband sieht wenig Risiken
- Verbraucherschützer: Versorger unterlaufen Bundesnetzagentur
- Umfrage: Mehrheit der Deutschen will an Atomausstieg festhalten
- Strompreise in Hamburg: FlexStrom will Wettbewerb verstärken
- Gaspreise in Sachsen: Versorger noch unentschlossen
- Chaos in Mazedonien nach Stromabschaltungen wegen Schulden
- Bau der welthöchsten Windkraftanlage wird vorbereitet
- Eine halbe Million Chinesen leben von Computerspielen im Internet
- Empörung bei NRW-Stadtwerken: Netzentgelte sollen verfügt werden
- E.ON Mitte erhöht Gaspreise zum 1. Oktober
- Teilerfolg für mobilcom im Streit um Fusion mit freenet.de
- Deutsche Bank stockt Anteil an spanischem Versorger Endesa auf
- T-Mobile stark im Rennen für neue US-Funklizenzen

