Angst und Gier treiben Ölpreise auf neue Rekordhöhen
Damit könnte die Ölversorgung in einen Engpass laufen. "In Wirklichkeit weiss aber niemand, wie hoch die Förderreserven tatsächlich sind", meint Gabriele Radke von ExxonMobil. Auch wird weltweit in die Erforschung und Förderung neuer Ölvorkommen investiert. "Die Produktionsmöglichkeiten werden im Herbst grösser sein als heute", sagt Matthies. Die enorme Nachfragesteigerung des zweitgrössten Öl-Konsumenten China, dessen Verbrauch im vergangenen Jahr um fast 30 Millionen Tonnen oder 14 Prozent auf 309 Millionen Tonnen zunahm, wird sich in diesem Ausmass nicht wiederholen.
Zu der Sorge um Engpässe kommen die Wirkungen der Spekulation, die den Preis beeinflusst. "Die Spekulanten hatten bereits begonnen, auf einen sinkenden Ölpreis zu setzen", sagt Heino Elfert vom Hamburger Energie-Informationsdienst EID. "Da platzte die Äusserung von US- Präsident George W. Bush dazwischen, nach der ein Krieg in Iran nicht auszuschliessen sei. Das hat alles gewendet." Ohne diese Äusserung wäre der Ölpreis deutlich niedriger, glaubt Elfert. Auch Matthies hält das gegenwärtige Preisniveau für zu hoch und erwartet im Jahresdurchschnitt 46 Dollar für ein Barrel (159 Liter) Brent-Öl.
Wenn die Spekulation erst einmal auf einen steigenden Markt setzt, werden alle Informationen entsprechend "bullish" interpretiert, vom Brand in einer Raffinerie bis zu Analysten-Studien, die dann wiederum steigende Preise prognostizieren. So fand eine Studie von Goldman Sachs, in der von einem Ölpreis von 105 Dollar je Barrel die Rede war, ein ebenso dankbares Echo auf den Märkten wie eine IEA-Analyse zum schnellen Energiesparen. Beides trieb den Preis weiter hoch.
Weitere Nachrichten vom 04.04.2005
- Branche zu EEG-Kosten: VDEW erzählt "Unsinn"
- VDEW: 9,8 Milliarden Euro Abgaben für Ökostrom
- DSL-Flat ab 6,99 - 1&1 vereinfacht DSL-Flatrates
- Milliardenübernahme in der Ölbranche - ChevronTexaco kauft Unocal
- Umfrage: Grosses Interesse der Verbraucher an Internet-Telefonie
- IT-Branche erwartet nach gutem ersten Quartal weiteren Aufwind
- Zahl der Internet-Zugänge leicht gestiegen - "gewisse Sättigung"
- EWE schliesst weitere Gaspreis-Erhöhung nicht aus
- Run auf billige DSL-Flatrate - 8,5 Mio. DSL-Anschlüsse bis Ende 2005
- ÖDP beantragt Volksbegehren gegen den Mobilfunk [Update]
- Handy-Klingeln aus dem Apfelbaum - Vogelmännchen locken mit Handytönen
- Swisscom-Chef: Cesky-Übernahme noch nicht vom Tisch
- Anfechtungsklage gegen Hauptversammlung von Mannheimer MVV
- Rennen um MCI-Übernahme wieder offen - Weitere Gespräch mit Qwest
- Verband fordert Verlängerung von Steuervergünstigungen für Autogas

