Amazon.com mit starkem Gewinnrückgang

dpa | 26.10.2005
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Seattle (dpa) - Der weltgrösste Online-Einzelhändler Amazon hat im dritten Quartal vor allem durch Sonderkosten für einen Patentrechtsvergleich einen starken Gewinnrückgang verbucht. Der Gewinn schrumpfte gegenüber dem dritten Quartal 2004 um 44,4 Prozent auf nur noch 30 Millionen Dollar (24,5 Mio Euro). Der Gewinn pro Aktie erreichte sieben (Vorjahresvergleichszeit: 13) Cent. Der Quartalsumsatz legte um 27 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar zu.

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Klammert man die rechtlichen Vergleichskosten von 20 Millionen Dollar nach Steuern aus, hätte Amazon.com (Seattle) im Juli- September-Abschnitt zwölf Cent je Aktie verdient. Beobachter hatten auf dieser Basis mit zehn Cent gerechnet. "Damit haben wir die Prognosen der Analysten erfüllt oder sogar leicht übererfüllt", sagte Deutschland-Chef Ralf Kleber der dpa. Die Amazon-Aktien waren allerdings am Dienstag nach Bekanntgabe der Quartalsergebnisse nachbörslich in New York um 7,1 Prozent auf 42,87 Dollar gefallen. Vor allem die vorsichtigen Prognosen für das traditionell starke vierte Quartal hatte die Wall Street enttäuscht.

Der Quartalsumsatz profitierte von dem Verkauf des neuesten Harry- Potter-Buchs "Harry Potter und der Halbblutprinz". "Es war prima zu sehen, wie der Ansturm in Grossbritannien auch in Deutschland losbrach", sagte Kleber. Insgesamt hat Amazon bislang 1,6 Millionen Exemplare des Bestsellers ausgeliefert.

Auch die neue Suchfunktion "Search inside" habe das Geschäftsquartal belebt. Mit der vor drei Monaten gestarteten Funktion können Kunden Bücher nach Stichworten durchsuchen und erhalten ausgewählte Seiten als Leseprobe. "Das ist zwar ein unglaublicher Aufwand, aber für die Konsumenten ein riesiger Vorteil." Mit den entsprechend zugänglich gemachten Büchern habe Amazon in Grossbritannien und Deutschland eine Umsatzsteigerung von acht Prozent erzielt. "Das wird ein wesentlicher Bestandteil auch für den künftigen Erfolg von Amazon sein", sagte Kleber.

In den USA und Kanada erhöhte das Unternehmen den Umsatz in der Berichtszeit um 28 Prozent auf eine Milliarde Dollar. Im Ausland mit seinen britischen, deutschen, französischen, japanischen und chinesischen Sites legte Amazon um 26 Prozent auf 817 Millionen Dollar zu. Die Gesellschaft verbucht inzwischen rund 45 Prozent ihres Umsatzes im Ausland. Elektronikprodukte und andere Waren legten um 43 Prozent auf 491 Millionen Dollar zu. Inzwischen seien diese Artikel für den einstigen reinen Buchhändler für knapp ein Viertel des Umsatzes verantwortlich, sagte Kleber.

Für das Schlussquartal erwartet das Unternehmen einen Umsatz von 2,86 bis 3,16 Milliarden Dollar, was auf einen Anstieg von 13 bis 24 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2004 hinauslaufen würde. Damit bliebe Amazon unter den Markterwartungen. "Wir schliessen uns ganz bewusst einem vorsichtigen Optimismus an", sagte Kleber. Der operative Gewinn dürfte zwischen 135 bis 210 Millionen Dollar liegen. Dies wäre ein Rahmen zwischen einem 17-prozentigen Rückgang oder einem Wachstum von 29 Prozent.

Der Umsatz dürfte 2005 insgesamt auf 8,37 bis 8,67 Milliarden Dollar zulegen oder um 21 bis 25 Prozent. Der operative Jahresgewinn könnte 403 bis 478 Millionen Dollar erreichen. Dies würde einen Rückgang von neun Prozent bis zu einer Steigerung von acht Prozent gegenüber 2004 bedeuten.



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