Altkanzler Schröder kritisiert Nabucco-Gasleitung
dpa
Salzburg (dpa) - Altbundeskanzler Gerhard Schröder hat die mit EU- Geldern geplante Nabucco-Gasleitung vom Kaspischen Meer nach Südeuropa scharf kritisiert. Über diese Pipeline könne Gas nach Europa realistischerweise nur aus dem Iran kommen, einem dem Westen nicht sehr zugewandten Land, sagte Schröder nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA am Mittwoch bei einer Energiemesse in Salzburg. Nach ursprünglichen Plänen soll die Nabucco-Leitung die Energieabhängigkeit von Russland senken.
Schröder gilt als Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin und ist Aufsichtsratschef des deutsch-russischen Konsortiums Nord Stream AG für den Bau einer Gasleitung von Russland durch die Ostsee nach Deutschland. Der polnischen Regierung warf Schröder wegen ihrer Ablehnung der Ostsee-Pipeline eine "haarsträubende Position" vor, mit der Warschau versuche, die ganze EU in Geiselhaft zu nehmen. Die EU werde es sich nicht leisten können, ihre Energiepartnerschaft mit Russland durch ein Land torpedieren zu lassen.
Eine Gasabhängigkeit Europas von Russland sei "ein ausgemachter Quatsch", meinte der Ex-Regierungschef. "Real kommt man dann auf Länder wie Nigeria, Libyen, Algerien und den Iran. Bietet das mehr Sicherheit?", fragte Schröder mit Blick auf das Nabucco-Projekt.
Die Nordstream-Trasse quer durch die Ostsee ist ein gemeinsames Projekt des russischen Energieriesen Gazprom und der deutschen Firmen Wintershall und E.ON Ruhrgas. Die Leitung soll im Jahr 2010 mit einer Kapazität von 27,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr in Betrieb gehen. Ab dem Jahr 2011 soll die Nabucco-Pipeline jährlich 8 bis 13 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach Europa bringen.
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