AKW-Stresstest offenbart Nachrüstungsbedarf in Milliardenhöhe
Berlin - Bei der Überprüfung europäischer Atomkraftwerke durch die EU-Kommission wurden einem Zeitungsbericht zufolge schwere Mängel festgestellt. Der Nachrüstungsbedarf beläuft sich demnach auf bis zu 25 Milliarden Euro.
Bei dem AKW-Stresstest seien "hunderte technische Verbesserungsmaßnahmen" identifiziert worden, berichtet die Zeitung "Die Welt" in ihrer Montagsausgabe unter Berufung auf den Abschlussbericht, den EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Mittwoch vorstellen will.
"Praktisch alle Anlagen" bedürften verbesserter Sicherheitsmaßnahmen, heißt es demnach in dem Bericht, der nach dem Atom-Unglück im japanischen Fukushima im März 2011 in Auftrag gegeben worden war. Bei deutschen Atomkraftwerken kritisiert Brüssel demnach die auf den Anlagen selbst installierten Erdbeben-Warnsysteme als unzureichend. Der Vergleich der EU-weiten Mängelliste fällt vor allem für die französischen Anlagen schlecht aus.
In der EU stehen in 14 Ländern Atomkraftwerke. Insgesamt zählt die Europäische Union 68 Nuklearanlagen mit 134 Reaktoren. "Die Identifizierung von hunderten notwendigen Sicherheitsverbesserungen für die existierenden Nuklearanlagen erfordern eine Gesamtinvestition zwischen zehn und 25 Milliarden Euro in den kommenden Jahren", heißt es laut dem Bericht der "Welt" im Abschlussbericht zu dem Stresstest. Oettinger wollte den endgültigen Bericht eigentlich schon im Sommer der Öffentlichkeit vorlegen, gab aber Ende April eine Verschiebung auf den Herbst bekannt.
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