Akw Krümmel und Brunsbüttel frühestens ab Frühjahr wieder am Netz
AFP
Kiel (AFP) - Die schleswig-holsteinischen Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel gehen erst frühestens im Frühjahr wieder ans Netz. Nach Angaben des Betreibers Vattenfall werde das Akw Krümmel noch mindestens bis Mitte Mai, der Meiler in Brunsbüttel mindestens bis Ende März abgeschaltet bleiben, teilte die Kieler Atomaufsicht am Dienstag mit. Neben der noch nicht abgeschlossenen Aufarbeitung der Störfälle vom Juni 2007 nannte die zuständige Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) technische Probleme als Grund: Falsch befestigte Dübel müssten ausgetauscht, diverse Armaturen und Steuerleitungen wegen aufgetretener Risse repariert werden.
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Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) forderte Trauernicht auf, das Wiederanfahren des Akw Brunsbüttel zudem nicht ohne eine Grundsanierung des "maroden Notstromsystems" zu genehmigen. Dort gebe es "beängstigende Sicherheitsmängel". Zentrales Problem sei die mangelnde Trennung der Notstromstränge des Reaktors und der ihnen zugeordneten Notkühlsysteme, erklärte die DUH in Berlin. Für die Aufhebung dieser so genannten Vermaschung habe sie von Vattenfall Vorschläge gefordert, erklärte Trauernicht. Die Zuverlässigkeit der Notstromversorgung sei aber bereits verbessert worden, so dass diese dem Weiterbetrieb des Akw Brunsbüttel nicht entgegenstehe, versicherte die Ministerin.
Beide schleswig-holsteinischen Akw sind seit Monaten abgeschaltet. Am 28. Juni war das Akw Brunsbüttel nach einem Kurzschluss in einer nahegelegenen Schaltanlage automatisch abgeschaltet worden. Kurz darauf war nach einem Trafo-Brand in Krümmel wegen eines Missverständnisses in der Akw-Leitwarte auch der dortige Reaktor heruntergefahren worden. Seither wurden in beiden Akw weitere Mängel festgestellt. Nach öffentlicher Kritik am Umgang Vattenfalls mit der Pannenserie traten unter anderem der Deutschland-Chef und der Geschäftsführer der Atomenergiesparte zurück.
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