Aktionärsschützer: Telekom schadet der deutschen Aktienkultur

dpa | 11.10.2004
Bild: Telefon mit Wahltasten


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Düsseldorf (dpa/lnw) - Mit ihrem Börsenrückzugsplan für T-Online schadet die Deutsche Telekom nach Meinung von Aktionärsschützern der Aktienkultur in der Bundesrepublik. "Viele Kleinanleger haben den Eindruck, dass sie bei 8,99 Euro enteignet werden", sagte das Vorstandsmitglied der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Markus Straub, in einem dpa-Gespräch. Die Pläne des Bonner Konzerns, nach denen den T-Online-Aktionären ein Aktientausch in Telekom-Aktien oder 8,99 Euro je T-Online-Aktie in bar angeboten werden, liefen in den Augen der treuen Kleinanleger auf einen Zwangsverkauf hinaus.

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Angesichts der Stimmenmehrheit der Deutschen Telekom auf der Hauptversammlung von T-Online sei absehbar, dass die Zeit der freien T-Online-Aktionäre nun zu Ende gehe. "Das schadet der Aktienkultur", betonte Straub. Nicht nur die Privatanleger der ersten Stunde, die die T-Online-Aktie vor viereinhalb Jahren zu 27 Euro je Stück kauften, seien enttäuscht. Auch andere Anleger stiegen ein, weil sie an das Geschäftsmodell glaubten. "Warum soll ich jetzt von meinen Papieren getrennt werden?", fragten sich deshalb zahlreiche Kleinanleger.

"Wer noch von den T-Online-Aktionären der ersten Stunde dabei ist, wird letztendlich bestraft. Das ist doppelt schlimm, weil es unter dem Deckmäntelchen eines Staatsunternehmens passiert", schilderte Straub. Auch wenn der Bund seinen Aktienanteil an der Deutschen Telekom weiter senke, so sei er auf der Hauptversammlung weiter der massgebliche Anteilseigner. Straub erinnerte daran, dass die Telekom den Börsenboom in Deutschland selbst mit ausgelöst und den Begriff der Volksaktie mitgeprägt habe. Wertpapiere seien als Altersvorsorge verkauft worden. Jetzt dürften viele denken: "Der Grossaktionär macht eh mit mir, was er will, und bestimmt über meine Vermögenssituation."

"Wir werden ganz massiv Opposition gegen diese Beschlüsse betreiben und Anlegerstimmen sammeln", kündigte das Vorstandsmitglied der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger an. Im Rahmen ihrer rechtlichen Möglichkeiten wolle die Schutzgemeinschaft zudem darauf pochen, dass ein fairer Unternehmenswert von T-Online angesetzt werde.



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