Aktionäre klagen gegen Zwangsabfindung bei Vattenfall Europe
dpa
Berlin (dpa) - Die geplante Zwangsabfindung der verbliebenen Aktionäre des Energiekonzerns Vattenfall Europe beschäftigt nun die Justiz. Beim Landgericht Berlin sei Klage gegen den entsprechenden Beschluss der außerordentlichen Hauptversammlung eingereicht worden, sagte Peter Dreier, der als Rechtsanwalt die vier klagenden Aktionäre vertritt, am Montag in Düsseldorf der Finanz-Nachrichtenagentur dpa- AFX. Eine Sprecherin der Behörde bestätigte den Eingang der Klage.
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Der schwedische Konzern Vattenfall AB will seine deutsche Tochter mit Hauptsitz in Berlin vollständig übernehmen. Die Aktionäre hatten Anfang März mit großer Mehrheit einem "Squeeze-Out" zugestimmt. Die angebotene Barabfindung von 42,60 Euro bezeichnete Dreier aber als deutlich zu niedrig. Angemessen wären 65 Euro je Anteilsschein. Bei Vattenfall war vorerst keine Stellungnahme zu erhalten.
Der Jurist bemängelte zudem, dass das Finanzinstitut Sal. Oppenheim als einziger Aktionär indirekt an Vattenfall Europe beteiligt bleibe. Oppenheim hält einen Anteil an einer Zwischenholding, die rund fünf Prozent von Vattenfall Europe kontrolliert. Es sei daher fraglich, ob Vattenfall überhaupt 95 Prozent von Vattenfall Europe hält. Die Voraussetzungen für eine Zwangsabfindung wären damit nicht erfüllt, sagte Dreier.
Vattenfall Europe ist aus der Fusion der Hamburgischen Electricitäts-Werke (HEW), der Berliner Bewag, der ostdeutschen Veag sowie des Braunkohleunternehmens Laubag entstanden.
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