Ärzte fordern drastische Verbesserung des Strahlenschutzes
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Herford - Die Vereinigung der Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) hat eine massive Verbesserung des Strahlenschutzes bei deutschen Atomkraftwerken gefordert. "Kinder unter fünf Jahren haben ein deutlich erhöhtes Krebsrisiko, wenn sie in der Nähe von Atomkraftwerken wohnen", erläuterte Reinhold Thiel, IPPNW- Vorstandsmitglied, der Deutschen Presse-Agentur. "Je näher ein Kleinkind an einem Atomkraftwerk wohnt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es an Krebs oder Leukämie erkrankt."
Thiel berief sich auf die 2007 veröffentlichte Kinderkrebsstudie KiKK, die das Mainzer Kinderkrebsregister im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz erstellt hatte. "Seit dem Erscheinen der Studie hat sich an der Situation nichts gebessert. Konsequenzen wurden auf die lange Bank geschoben." Atomkraftgegner haben für Samstag in Norddeutschland eine über 100 Kilometer lange Menschenkette zwischen den Kernkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel geplant, um gegen die Verlängerung der AKW-Laufzeiten zu demonstrieren.
Kritiker der Kinderkrebsstudie sagen, die Strahlung müsse tausendfach höher sein, um Krebs auszulösen. Dabei werde aber nicht beachtetet, dass ein Embryo wesentlich strahlenempfindlicher sei als ein Erwachsener, meinte Thiel. Vor der am Freitag in Herford beginnenden IPPNW-Mitgliederversammlung (bis 25. April) forderte er, künftig alle Messwerte zu veröffentlichen. "Bis heute sind sie Betriebsgeheimnis der Betreiber und damit nicht der öffentlichen Forschung zugänglich." Zudem würden den Kontrollbehörden lediglich gemittelte Messwerte übermittelt. Es sollten aber künftig auch die Spitzenwerte erfasst werden. "Schon eine einzelne Abgabe-Spitze kann bei einem strahlensensiblen Kind Leukämie auslösen."
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