Abu Dhabi: Einstieg in deutsche Windparks auf hoher See?
Hamburg - Der staatliche Solarzellenhersteller Masdar PV aus Abu Dhabi stellt Überlegungen zu einem Einstieg bei deutschen Windparks auf hoher See an. "Wir führen viele Gespräche im deutschen Offshore-Markt." Dies teilte Frank Wouters, Chef der Energiesparte des staatlichen Ökokonzerns aus Abu Dhabi, der "Financial Times Deutschland" (FTD/Montagausgabe) mit. Der Solarzellenhersteller sei an einem Einstieg sehr interessiert, allerdings müssten sich noch die Renditen etwas verbessern.
Das Unternehmen gehört zum Staatsfonds Mubadala. 2008 hatte Masdar ein Fünftel des britischen Offshore-Windparks London Array gekauft.
Bislang habe Masdar noch kein Projekt gefunden, das sich für das Unternehmen rechnet. Die Parks in Deutschland sind weit von der Küste entfernt und stehen in tieferem Wasser. "Das erhöht das Risiko", so Wouters. Zwar würden die Kosten der Projekte dank günstigerer Windräder sinken, allerdings entfiele ein Großteil der Kosten auf den Bau der Anlagen. "Hier lernen die Unternehmen zwar dazu, aber nur langsam", sagte der Manager.
Bislang wird nur ein einziger Windpark in Deutschland gebaut: Bard 1 in der Nordsee. Sollten die Kosten nicht sinken, müsse die staatliche Förderung steigen, forderte Wouters. Masdar habe dank der Mutter Mubadala grundsätzlich keine Schwierigkeiten, Kapital für die rund 1,5 Milliarden Euro teuren Projekte zu besorgen.
In Deutschland hat Masdar erst jüngst einen Photovoltaikpark in Thüringen bauen lassen und in Spanien gemeinsam mit einem Partner das Solarthermiekraftwerk Gemasol fertigstellen. Weitere Solarparks sollen in Deutschland und anderen europäischen Ländern folgen. Ziel sei dabei auch, die Solarfabrik des Unternehmens in Thüringen auszulasten. Den Bau eines weiteren Solarwerks in Abu Dhabi legte der Konzern wegen der zu starken Konkurrenz aus Asien aber auf Eis.
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