1. Weltklimakonferenz - 25 Jahre Diskussion mit kleinen Erfolgen

dpa
Bild: Stromleitungen



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Hamburg (dpa) - Innerhalb einer Generation hat sich die Zahl der Autos weltweit mehr als verdoppelt. Der jährliche Ausstoss an Kohlendioxid stieg insgesamt um rund ein Viertel. Dabei hatten Forscher bereits vor 25 Jahren, auf der am 12. Februar 1979 in Genf begonnenen 1. Weltklimakonferenz, vor einem Anstieg der Treibhausgase gewarnt.

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Ein erstes - allerdings unverbindliches - Reduktionsziel vereinbarten die Industrieländer auf dem Erdgipfel in Rio de Janeiro 1992. Sie wollten den Ausstoss ihrer Treibhausgase bis zum Jahr 2000 auf den Stand von 1990 zurückzuführen. Und dieses erste Ziel haben sie auch erreicht - allerdings keinesfalls aus Gründen des reinen Klimaschutzes, sondern vor allem wegen des industriellen Zusammenbruchs und Umbaus in den ehemaligen Ostblockstaaten. Die westlichen Staaten legten laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) insgesamt sogar etwas zu. Zweistellige Zuwachsraten an Treibhausgasen verzeichneten unter anderem die USA, Kanada und Australien. Die EU konnte ihren Ausstoss dagegen leicht senken, Deutschland reduzierte bis 2001 um 18,3 Prozent.

Die Bundesregierung setze sich auf der Klimakonferenz 1995 in Berlin ein weiteres, eigenes Ziel: Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl versprach - auch unverbindlich - Deutschland werde den Kohlendioxid-Ausstoss von 1990 bis 2005 um 25 Prozent senken. Das Ziel ist mit hoher Sicherheit nicht mehr zu erreichen.

Konkret wurden die Industrieländer 1997, als sie im japanischen Kyoto eine Reduktion ihrer Treibhausgase um insgesamt 5,2 Prozent für den Zeitraum 1990 bis 2010 vereinbarten. Ob das Klimaschutzprotokoll jemals in Kraft tritt, steht jedoch noch in den Sternen. Die USA haben sich abgekehrt, Russland hält die anderen Staaten seit Jahren hin. Und selbst die meisten Staaten, die das Protokoll ratifiziert haben, sind laut DIW noch weit von ihrem Klimaschutzziel entfernt.

Weltweit stieg der Ausstoss an Kohlendioxid durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Erdgas seit 1979 immerhin geringer als die Weltbevölkerung - ein vermeintlicher Erfolg. Dies sei vor allem gelungen, weil die Bevölkerung besonders in den Entwicklungsländern wuchs, wo pro Kopf aber sehr wenig dieser fossilen Brennstoffe in die Luft gepustet werden, sagt Jörg Feddern von Greenpeace. Doch der Bedarf an Energie werde besonders in Ländern wie China und Indien stark steigen, vor allem im Strassenverkehr.

In Deutschland war der Verkehr im vergangenen Jahrzehnt der einzige Sektor mit Zuwachsraten an Kohlendioxidemissionen. Nach Auskunft des DIW in Berlin stiegen die bundesweiten Kohlendioxidemissionen zwischen 1990 und 2002 dort um knapp 9 Prozent. Den grössten Rückgang verzeichnete demnach die Industrie mit 36 Prozent, es folgten Handel, Gewerbe und Dienstleistungen mit zusammen 35 Prozent, der Energiesektor mit 15 Prozent und private Haushalte mit einer Verminderung von 7 Prozent. Lichtblick: Seit 1999 seien die Gesamtemissionen der Privatautos leicht zurückgegangen.

Ob Elbfluten oder ein heisser Sommer direkte Folge des Klimawandels sind, kann niemand sagten. Fest steht für die meisten Klimaforscher aber: Die Hinweise auf den Klimawandel häufen sich, und die Ziele des Kyoto-Protokolls reichen keinesfalls aus, um den Klimawandel in erträgliche Bahnen zu lenken. Sie raten zu zwei Wegen: Stärker als bislang auf alternative Energien umsatteln und anpassen - letzteres etwa durch den Bau von Dämmen und den Anbau wärmeliebender Getreidesorten in Deutschland.

Lichtblicke gibt es auch in der Industrie. Die Konzerne Shell und BP gehören zu den weltweit fünf grössten Herstellern von Solaranlagen. Beide investieren auch in Windenergie. Rainer Winzenried, Pressesprecher der Shell Deutschland Oil GmbH, sagt: "Verantwortliches unternehmerisches Handeln im Einklang mit dem Prinzip nachhaltiger Entwicklung ist heute unabdingbar für dauerhaften Geschäftserfolg." Langfristig gehe Shell von einer Verdoppelung bis Verdreifachung des weltweiten Energiebedarfes aus. Der Verbrauch fossiler Energien werde daher weiter steigen. Aber: "Shell rechnet damit, dass die erneuerbaren Energien bis 2050 weltweit einen Anteil von gut einem Drittel erreichen."

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